Atomenergie-Kolonialismus:
Der buddhistische Priester Tetsuen Nakajima warnt vor den Gefahren der Atomenergie

[August 2012] Der buddhistische Priester Tetsuen Nakajima ist einer der bekanntesten Anti-AKW-Aktivisten in Japan. Schon 1995 warnte er in dem Dokumentarfilm „Nuclear Ginza“ vor den Gefahren der Atomtechnologie. Als trotzdem 15 AKWs in seiner Prefektur Fukui an der sogenannten „Japanischen See“ in Betrieb genommen wurden, protestierte er mit einem wochenlangen Hungerstreik in Tokyo. Auch vor der Wiederinbetriebnahme des Nuclearreaktors in Oi mobilisierte der buddhistische  Geistliche, leitender Priester des Myotsuji-Tempels in der Prefektur Fukui nördlich von Kyoto, die Bürger zu einem verschärften Protest, sammelte Unterschriften für Petitionen und organisierte gemeinsame Events mit den führenden Vertretern anderer religiöser Gruppen und NGOs.

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Vögel zur Dekontamination

Kinder barfuss im kontaminierten Gebiet [August 2012] Am 28. August 2012 besuchte eine dreißigköpfige internationale Expertengruppe die Präfektur von Fukushima, darunter die deutschen Ärztinnen Dr. Angelika Claußen und Dr. Dörte Siedentopf. Durch persönliche Gespräche mit Müttergruppen und Evakuierten einerseits sowie durch Gespräche mit unabhängigen japanischen Experten andererseits machten sie sich ein Bild davon, wie die Behörden, aber auch ein Teil der Mediziner das Risiko der dauerhaft erhöhten Radioaktivität für die Bevölkerung systematisch verharmlosen. Lesen Sie den Reisebericht von Dr. Dörte Siedentopf:

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Die Gemeinde Iitate/ Quelle: Wikipedia

Die Behörden schwiegen

von Dr. Angelika Claußen und Dr. Alper Öktem [August 2012]

Eine IPPNW-Ärztegruppe besuchte nach dem IPPNW-Weltkongress die Präfektur Fukushima, um sich vor Ort über die Lage zu informieren und mit den Menschen dort zu sprechen. Sie besuchten auch die Gemeinde Iitate die – obwohl außerhalb der Evakuierungszone gelegen – stark kontaminiert wurde, als eine radioaktive Wolke in Richtung Nordwesten zog und dort vermutlich am 15.03.2011 niederging. Die Evakuierung der Gemeinde zog sich bis Mai 2011 hin. Angelika Claußen und Alper Öktem, Teilnehmer der Fahrt in die Präfektur, berichten von der Begegnung mit der 33-Jährigen Mutter Kyo-ku Sato aus Iitate, die jetzt zusammen mit anderen Betroffenen eine Selbsthilfegruppe der kleinen Umweltorganisation „Ecology Archi Scope“ in Fukushima besucht. Weiterlesen

Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz

Zwischen Patriotismus und Protest
Auf Vortrags- und Informationsreise in Japan

von Dr. Sebastian Pflugbeil, Präsident der Gesellschaft für Strahlenschutz [März 2012]

Die Ereignisse um das Atomkraftwerk Fukushima haben viel wieder wachgerufen, was in den vergangenen Jahren etwas in Vergessenheit geraten war. Unsere Erfahrungen aus den Jahren nach Tschernobyl, das Suchen nach Wahrheit in Zusammen- hang mit Tschernobyl, die Versuche, sich als Bürger unabhängig von den einschlägig bekannten Behörden zu informieren und zu schützen – all das stößt begreiflicherweise jetzt in Japan auf großes Interesse.

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Takashi Uesugi, in Japan ein bekannter Journalist

Die Lüge hat System
Der japanische Journalist Takashi Uesugi über die Verflechtungen von Medien und Atomindustrie in Japan [Juni 2012]

Takashi Uesugi, in Japan ein bekannter Journalist, hat sich mit TEPCO, dem Betreiber des Atomkraftwerks in Fukushima angelegt. Auf einer Vortragsreise in Deutschland berichtete er über die japanische Vertuschungspolitik.

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Aya Marumori, CRMS-Vorsitzende

Angst vor der Strahlung
Besuch einer Bürgerinitiative aus Fukushima

von Angelika Wilmen, Pressesprecherin der IPPNW, [September 2011]

Die atomare Katastrophe von Fukushima ist weitgehend aus den Schlagzeilen verschwunden, die Angst vor den gesundheitlichen Folgen geblieben. Mit eigenen Messstellen will die japanische Bürgerinitiative „Citizen’s Radioactivity Measuring Station (CRMS)“ nun ein Gegengewicht zur verheerenden Informationspolitik der Regierung schaffen. Auf einer gemeinsamen Pressekonferenz von IPPNW und der Gesellschaft für Strahlenschutz in Berlin berichteten die CRMS-Vorsitzende Aya Marumori und Vorstandsmitglied Wataru Iwata über das Projekt.

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Prof. Tilman Ruff, IPPNW-Arzt

Besuch in Fukshima
von Prof. Tilman Ruff, IPPNW-Arzt, [August 2011]

Der australische Mediziner Tilman Ruff besuchte Fukushima und Umgebung am 5. und 6. August 2011 und beschrieb seine Eindrücke über die Situation vor Ort. Er fuhr am 5. August von Fukushima östlich nach Soma und dann südlich durch Minamisoma bis zur Grenze der 20km-Sperrzone. Abends traf er sich mit BürgerInnen aus der Umgebung und ExpertInnen fürStadtplanung. Darunter waren keine MedizinerInnen. Die Menschen hatten ein starkes Interesse an Informationen über Strahlung und Gesundheit. Am Folgetag fuhr Prof. Ruff zurück nach Fukushima und nahm an einem akademischen Forum teil und traf sich mit Takeuchi Toshiyuki, JANIC Koordinator in Fukushima.

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Katsumi Furitsu, JPPNW

Die Geschichte von Tschernobyl nicht wiederholen
Die japanische IPPNW-Ärztin Katsumi Furitsu warnt davor, die Gefahren durch die Havarie zu unterschätzen

von Samantha Staudte, Redakteurin des IPPNWforum, [Juni 2011]

Es war ein bewegender Moment, als die japanische IPPNW-Ärztin Katsumi Furitsu auf der Auftaktveranstaltung des IPPNW-Tschernobyl-Kongresses Ende April in Berlin sprach. Die Katastrophe von Fukushima war plötzlich nicht mehr nur eine Nachricht – unfassbar, erschreckend, verstörend, aber weit weg in Japan. Sie war mit einem Mal ganz nah und hatte ein menschliches Gesicht, das vor rund 500 Kongressgästen um Fassung rang.

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Foto: Matthias Lambrecht/ Anti-AKW-Demo Tokio 2011

Eine Frage der Demokratie
Interview mit dem in Deutschland lebenden Anti-Atomkraft-Aktivisten Tomoyuki Takada [April 2011]

Tomoyuki Takada kam 1983 nach Deutschland und arbeitet hier als freiberuflicher Übersetzer. Von Deutschland aus unterstützt er eine japanische Bürgerinitiative, die seit mehr als 20 Jahren für die Abschaltung eines der gefährlichsten Atomkraftwerke Japans protestiert. Das AKW Hamaoka liegt in einem seismisch hochgefährlichen Gebiet, wo sich Erdplatten direkt untereinander schieben.

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Tokio/© Matthias Lambrecht

Lost in Radiation?
Leben in Tokio nach der Katastrophe

von Thomas Gittel, selbständiger Unternehmensberater in Japan [Juni 2011]

Die Berichterstattung während der „heißen“ Phase der Katastrophe war gerade in den ausländischen Medien gekennzeichnet von Verzerrung und Panikmache. In den Köpfen vieler Deutscher hat sich so ein Zerrbild dessen, was sich in Japan abgespielt hat, festgesetzt. Während Ausländer immer die Ruhe und Beherrschtheit der japanischen Bevölkerung priesen, hat selbstverständlich ein Großteil der Bevölkerung die Ungewissheit um die weitere Entwicklung in den Atomanlagen mit Angst und Schrecken erfüllt. Dennoch gehen die meisten Japaner überaus souverän, gut informiert und nüchtern mit den Bedrohungen um, die sich durch die nukleare Katastrophe in Fukushima ergeben.

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