I. Gesundheitliche Auswirkungen der Atomkatastrophe

Neue Studie: Gesundheitsfolgen von Tschernobyl und Fukushima

Den 5. Jahrestag der Atomkatastrophe von Fukushima und den 30. Jahrestag von Tschernobyl nahm die IPPNW zum Anlass, um erneut Bilanz zu ziehen: Ihr Bericht "5 Jahre Leben mit Fukushima - 30 Jahre Leben mit Tschernobyl" vom Februar 2016 zeigt, dass die gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophen bis heute andauern und die Kapitel Tschernobyl und Fukushima noch jahrzehntelang nicht geschlossen werden dürfen. Der Bericht gibt einen Überblick über die wissenschaftlichen Forschungsergebnisse und erläutert den derzeitigen Stand des Wissens zu den Folgen der beiden Atomkatastrophen.

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Meinungsumfrage: Viel Skepsis in der Bevölkerung

Auch fünf Jahre nach Fukushima ist die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung nicht zuversichtlich, dass sich die Region in nächster Zeit von der Katastrophe erholen wird. In einer von der Zeitung Asahi Shimbun und der Fukushima Broadcasting GmbH im Februar 2016 durchgeführten Telefonumfrage hielten 62 % der Befragten die baldige Rückkehr zur Normalität für unwahrscheinlich. Bei der  Frage, wie lang es dauern wird, bis das Leben in Fukushima wieder die Bedingungen vor der Reaktorkatastrophe erreicht, gaben 51 Prozent der Befragten einen Zeitraum von „über 20 Jahren“ an. Auch das Image der Region Fukushima habe sich laut einer Mehrheit von 68 Prozent nicht erholt. Die Ergebnisse der Studie, die seit Herbst 2011 zum sechsten Mal durchgeführt wurde, zeigen eine sehr langsame Zunahme der Zuversicht der Bevölkerung in der kontaminierten Region.

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Atomkraftwerk Takahama wieder vom Netz

Im Januar und Februar 2016 erst wurden die Atomkraftwerksblöcke Takahama-3 und -4 wieder in Betrieb genommen. Kurzzeitig waren damit in Japan wieder vier Atomreaktoren in Betrieb. Takahama-4 musste jedoch wegen technischer Probleme nach nur drei Tagen wieder vom Netz genommen werden. Zudem wurde ein Leck von Kühlflüssigkeit bekannt, wohl aufgrund eines Ventildefekts. Hideyuki Ban, Ko - Vorsitzender des Citizens’ Nuclear Information Center sagte: "Kansai Electric hatte es so eilig, die Atomenergie-Erzeugung wieder zu beginnen, dass sorgfältige Untersuchungen des Reaktors vor dem Neustart einfach übersprungen wurden."

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Suche nach Strontium-90 in Milchzähnen

Durch die Atomkatastrophe von Fukushima gelangten enorme Mengen an Radioaktivität in die Umwelt. Während von Seiten der japanischen Behörden viel über die Kontamination mit radioaktivem Jod und Cäsium gesprochen wurde und diese Radioisotope auch regelmäßig in Boden-, Wasser- und Nahrungsmittelproben gemessen werden, wird die Belastung von Mensch und Umwelt mit radioaktivem Strontium totgeschwiegen.

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Tokio am Rande der Apokalypse

Naoto Kan, ehemaliger Premierminister Japans, bekannte sich in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Telegraph“ zum erklärten Gegner der Atomenergie. Nur einen Fingerbreit von der Schwelle zum totalen nuklearen Desaster habe sich Japan im Jahr 2011 befunden, nachdem es im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu drei Kernschmelzen gekommen war. Kurzzeitig habe man sogar erwogen, die Hauptstadt Tokio zu evakuieren – insgesamt wären das mit den umliegenden betroffenen Präfekturen 50 Millionen Menschen gewesen. So waren es „bloß“ 200.000 Menschen, die ihr Zuhause verlassen mussten, gut die Hälfte davon harrt immer noch in provisorischen Flüchtlingslagern aus.

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Noch rund 100 000 Fukushima-Evakuierte

11.02.2016] Fünf Jahre nach Beginn der Atomkatastrophe von Fukushima ist die Zahl der Personen, die in temporären Flüchtlingsunterkünften oder bei Verwandten leben auf rund 100.000 gesunken. Dies ergab eine im Januar veröffentlichte offizielle Untersuchung der Präfekturverwaltung von Fukushima. Den Angaben zufolge lebten innerhalb der Präfektur Fukushima Ende Dezember 2015 noch 56.463 Evakuierte in temporären Wohneinheiten, die aufgrund der hohen Radioaktivität in ihre Heimat verlassen mussten, während sich außerhalb der Präfektur noch 43.497 Personen aufhielten . Ein Jahr zuvor waren noch 121.585 Evakuierte gezählt worden. Im Mai 2011, zwei Monate nach dem Super-GAU, war die Zahl der Zwangsevakuierten mit 164.865 am höchsten.

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EU will Restriktionen für Lebensmittelimporte aus Fukushima lockern

[11.02.2016] Die EU will Lebensmitteleinfuhren aus Japan erleichtern. Dies betrifft unter anderem auch Gemüse und Rindfleisch aus der Präfektur Fukushima, wie das japanische Landwirtschaftsministerium Anfang Januar mitteilte. Derzeit müssen noch alle Lebensmittel aus Fukushima beim Verschiffen Zertifikate über die enthaltene Radioaktivität enthalten. Davon ausgenommen sind bisher nur alkoholische Getränke. Das soll sich jetzt für Gemüse, Früchte (außer für Kakipflaumen), tierische Lebensmittel, Tee und Buchweizenprodukte ändern. Die radioaktive Belastung der Lebensmittel hätten in den Jahren 2013 und 2014 die zulässigen Grenzen nicht mehr überschritten, so das Ministerium. Andere Lebensmittel wie Reis, Pilze, Sojabohnen und einige Fischprodukte sollen dagegen weiterhin Restriktionen unterworfen bleiben. Die zulässigen Grenzwerte sind jedoch noch relativ  hoch: 100 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) für Gemüse und Früchte, 50 Bq/kg für Milch und Babynahrung sowie 10 Bq/kg für Trinkwasser.

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Radioaktive Kontaminationen nach dem Atomunfall

[11.01.2016] Jahre nach dem Atomunfall in Fukushima wurden wiederholt größere Mengen an Radioaktivität durch die Luft fortgetragen und führten zu Kontaminationen in Gebieten nördlich des Atomkraftwerks, die zuvor vergleichsweise gering kontaminiert waren. Das haben Analysen von drei Luftfilterstationen ergeben, die von einer europäisch-japanischen Forschergruppe in der Zeit von Oktober 2012 bis März 2014 durchgeführt wurden.

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Regierung bestätigt Krebserkrankung durch Fukushima-Katastrophe

[11.11.2015] Viereinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat die japanische Regierung erstmals offiziell bestätigt, dass ein früherer Angestellter des Kraftwerks aufgrund der radioaktiven Strahlung nach der Kernschmelze an Krebs erkrankt ist. „Der Fall erfüllt die Kriterien“, sagte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums an diesem Dienstag in Tokio -  andere Krankheitsursachen könnten ausgeschlossen werden. Bei dem Mann, der nach der Havarie im Jahr 2011 in dem Atomkraftwerk gearbeitet habe, sei Leukämie diagnostiziert worden. Der frühere Angestellte, der Medienberichten zufolge 41 Jahre alt ist, wird nach Angaben des Ministeriums finanziell entschädigt.

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Einflussnahme der IAEO auf die Schilddrüsenkrebsstudie in Fukushima?

[11.11.2015] Am 15. Dezember 2012 hatte die Internationale Atomenergie-Organisation (IAEO) mit der Präfektur Fukushima ein „Memorandum of Cooperation“ unterzeichnet. Eine von zwei „Technischen Vereinbarungen“ im Rahmen dieser Kooperation betrifft die Zusammenarbeit zwischen der „Fukushima Medical University“ und der IAEO im Bereich der  Gesundheitsfolgen der Atomkatastrophe von Fukushima.

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Früherer Tepco-Arbeiter verklagt Atomkonzern wegen Krebserkrankungen

[11.10.2015] Am schwersten betroffen durch die Atomkatastrophe von Fukushima sind zweifelsohne die Arbeiter, die auf dem Gelände des havarierten Kraftwerks hohen Strahlenmengen ausgesetzt sind. Ein früherer Arbeiter der Betreiberfirma Tepco verklagt nun den Atomkonzern und ein Subunternehmen, nachdem bei ihm mehrere Krebserkrankungen diagnostiziert wurden. Der 57-jährige Mann hatte rund um die havarierten Atomreaktoren Aufräumarbeiten durchgeführt. Bei dem Schadenersatzprozess vor dem Bezirksgericht in Sapporo geht es um 65 Millionen Yen (ca. 480.000 Euro).

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Da nicht sein kann was nicht sein darf - Schilddrüsenkrebs bei Kindern in Fukushima

[08.09.2015] Am 31. August 2015 veröffentlichte die Fukushima Medical University die neuesten Daten der Fukushima-Schilddrüsenstudie. Insgesamt wurden mehr als 300.000 Kinder unter 18 Jahren in den letzten vier Jahren in diese Studie eingeschlossen und zu zwei unterschiedlichen Zeitpunkten untersucht.

Bei 537 von ihnen wurden in der ersten Runde des sogenannten Screenings solch auffällige Befunde im Ultraschall identifiziert, dass Feinnadelbiopsien durchgeführt werden mussten. Die mikroskopische Aufarbeitung ergab 113 Krebsverdachtsfälle. 99 dieser Kinder mussten auf Grund von Metastasen oder gefährlich großem Wachstum des Tumors operiert werden. Ein Fall stellte sich nach der Operation als gutartiger Tumor heraus, bei 98 der operierten Fälle bestätigte sich die Krebsdiagnose.

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Neue Empfehlungen zu Strahlenhöchstwerten bei Arbeitern

[10.08.2015] Die japanische Atomaufsichtsbehörde NRA und das japanische Gesundheitsministeriums haben vorgeschlagen, die maximale Strahlenbelastung für Nukleararbeiter für eine Notfall-Situation von 100 Millisievert (mSv) auf 250 mSv anzuheben. Mit ihrer neuen Empfehlung passen sich die Behörden offenbar den Realitäten an, da die Strahlenbelastung von Arbeitern auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks Fukushima Dai-Ichi in Einzelfällen 250 mSv erreicht habe. Inzwischen liege die Belastung im Bereich von 100 mSv. Auch jenseits von Katastrophensituationen sollen Nukleararbeiter einer höheren Strahlenbelastung ausgesetzt werden dürfen. In fünf Jahren soll eine kumulierte Strahlenbelastung von 100 mSv zulässig werden.

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Neuer IAEO-Bericht zu Fukushima

Yukiya Amano

[10.07.2015] Im Mai 2015 übermittelte die Internationalen Atomenergie Organisation (IAEO) einen neuen Bericht über die Atomkatastrophe in Fukushima an ihre Mitgliedsstaaten. IAEO- Generaldirektor Yukiya Amano räumte in diesem Zusammenhang ein, dass die von General Electric entwickelten Siedewasserreaktoren „gewisse Schwächen im Kraftwerksdesign“ aufwiesen. Hinzu gekommen seien Defizite in der Notfallvorsorge und Gefahrenabwehr  sowie Planungsmängel bei der Vorbereitung auf einen schweren Atomunfall. Zudem sei die „Vorsorge für einen Atomunfall in Verbindung mit einer großen Naturkatastrophe“ unzulänglich gewesen, so Amano. Dem IAEO-Bericht zufolge bestehen erhebliche Unsicherheiten darüber, welchen Strahlendosen die japanische Bevölkerung zu Beginn der Atomkatastrophe ausgesetzt wurde.

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Mehr als 100 Schilddrüsenkrebsfälle bei Kindern in Fukushima - mehr als 22.000 Kinder mit neuen Zysten und Knoten

Mutter und Kind mit Ergebnissen des Schilddrüsensreenings, Foto: Ian Thomas Ash

[10.06.2015] Am 18. Mai wurden die neuesten Zahlen der Schilddrüsenkrebsstudie der Präfektur Fukushima veröffentlicht. Inzwischen mussten insgesamt 103 Kinder wegen schnell wachsender oder metastasierter Schilddrüsenkrebsfälle operiert werden. Bei 23 weiteren besteht der akute Verdacht auf Schilddrüsenkrebs. Beunruhigend ist darüber hinaus die Zunahme der abklärungsbedürftigen Befunde während der letzten zwei Jahre: Bei 22.837 Kindern, bei denen im ersten Screening noch gar keine Schilddrüsenanomalien gefunden wurden, stellte man nun im Zweitscreening Zysten oder Knoten fest.

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Schilddrüsendosen - Welche Werte sind richtig?

[10.06.2015] Wurden die Angaben zur Dosisbelastung von Fukushima von den Behörden bewusst geschönt? Diese Vermutung drängt sich auf, wenn man die neuesten Nachrichten aus Japan liest. So unterlagen die offiziellen Angaben zur Strahlendosis von Schilddrüsen im Laufe der Zeit einem bemerkenswerten Wandel. In einem Entwurf der Weltgesundheitsorganisation WHO zur Dosisabschätzung nach der Atomkatastrophe von Fukushima wurden für Kinder der Stadt Namie im Herbst 2011 noch Schilddrüsendosen zwischen 300 und 1000 Millisievert (mSv) geschätzt. Selbst in den weit entfernt liegenden Millionenstädten Tokio und Osaka rechnete man bei Kindern noch mit Schilddrüsendosen zwischen 10 und 100 mSv.
 

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Probleme bei Gesundheits-Checks der Fukushima-Arbeiter

[10.04.2015] Die weitaus höchsten Strahlendosen dürften nach der Atomkatastrophe von Fukushima die Arbeiter auf dem Kraftwerksgeländer erhalten haben. Die überwiegende Mehrheit von ihnen sind allerdings nicht Angestellte von TEPCO, sondern Hilfsarbeiter, die unter weitaus schlechteren Arbeitsbedingungen von Subunternehmen angeheuert wurden. Viele der Arbeiter wurden nie vernünftig registriert, ihre Strahlendosen nicht adäquat dokumentiert und ihre gesundheitliche Entwicklung nicht verfolgt. Oft sind sie ungelernte Tagelöhner, die kurzfristig für einzelne Arbeiten eingesetzt werden und deren Spur sich anschließend verliert.

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Die Nahrungskette in Japan ist seit 2011 durch Fukushima vielfach belastet mit Radionukliden. Grafik: IPPNW

IPPNW-Bericht: Gesundheitliche Folgen von Fukushima Update 2015

Von Henrik Paulitz, Winfrid Eisenberg und Reinhold Thiel

[03.03.2015] Vier Jahre nach Atomkatastrophe in Fukushima legt die atomkritische Ärzteorganisation IPPNW eine aktualisierte Fassung ihrer quantitative Abschätzung der „Gesundheitlichen Folgen von Fukushima“ vor. Schwerupnkt des Update 2015 von Henrik Paulitz, Winfrid Eisenberg und Reinhold Thiel ist die Abschätzung der zu erwartenden Krebserkrankungen in Japan.

"Gesundheitliche Folgen von Fukushima Update 2015" (deutsch)

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Zahl der Schilddrüsenkrebsfälle steigt weiter an

Schilddrüsenuntersuchung in einer privaten Klinik in der Präfektur Fukushima, Foto: Ian Thomas Ash[06.01.2015] In Fukushima wurden die neuesten Daten der Schilddrüsen-Reihenuntersuchungen veröffentlicht. Sie deuten erstmals auf einen Anstieg der Neuerkrankungen von Schilddrüsenkrebs bei japanischen Kindern hin. Im Rahmen des ersten "Screenings" wurde bereits bei 84 Kindern Schilddrüsenkrebs festgestellt, der zum Teil bereits Metastasen gebildet hatte. Bei ihnen mussten daraufhin Teile der Schilddrüsen operativ entfernt werden. Bei 24 weiteren Kindern liegen ebenfalls krebsverdächtige Biopsie-Befunde vor. All diese Fälle wurden von den Behörden in Japan bislang auf den sogenannten "Screeningeffekt"geschoben. Damit bezeichnet man die Beobachtung, dass bei Reihenuntersuchungen Krankheitsfälle gefunden werden, die klinisch noch keine Symptome gezeigt haben und erst zu einem späteren Zeitpunkt aufgefallen wären. Mehr lesen

UN-Atomorganisation leugnet Wahrheit über Fukushima

Foto: Ian Thomas Ash[01.12.2014] Der Wissenschaftliche Dienst des Deutschen Bundestages greift in seiner Bewertung des Berichts des UN-Ausschusses zur Untersuchung der Auswirkungen atomarer Strahlung (UNSCEAR) die Kritik der Ärzteorganisation IPPNW auf. In einem Infobrief des Wissenschaftlichen Dienstes werden einige der wesentlichenIPPNW-Kritikpunkte angeführt, wie beispielsweise die von den Atomstaaten beeinflusste Zusammensetzung des UNSCEAR-Ausschusses, die intransparente Datengrundlage, Betrugsfälle der Betreiberfirma TEPCO sowie den andauernden Austritt radioaktiver Stoffe aus den havarierten Reaktoren. Auch verweist der Infobrief auf die unerwartet hohe Anzahl von Schilddrüsenanomalien, die bereits jetzt bei Kindern in den betroffenen Gebieten gefunden wurden. Mehr lesen

Auswirkungen von Tschernobyl und Fukushima auf die Tierwelt

Ein Przewalski-Pferd nahe Tschernobyl. Foto: Michael Kötter (2013), creativecommons.org/licenses/by-nc-sa/2.0Von Henrik Paulitz

[November 2014] Die Atomkatastrophen in Tschernobyl und Fukushima waren mit massiven Freisetzungen von Radioaktivität verbunden. Dies hatte neben den Gesundheitsschäden bei Menschen auch nachteilige Auswirkungen auf wild lebende Tiere sowie auf „Nutztiere“. Sowohl hohe als auch relativ niedrige Strahlendosen führten zu massiven Beeinträchtigungen der Gesundheit der Tiere bzw. zum Tod. Insbesondere die bei Säugetieren beobachteten Effekte bieten Anhaltspunkte für vergleichbare Gesundheitsfolgen bei Menschen.

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Über 100 Schilddrüsenkrebsfälle in der Präfektur Fukushima

Ultraschallbild von einer Schilddrüsenuntersuchung, © Ian Thomas Ash[24.8.2014] Bei 57 japanischen Kindern in der Präfektur Fukushima wurden mittlerweile Schilddrüsenkrebs-Operationen durchgeführt. Das geht aus einem Bericht des Fukushima Health Management vom 24. August 2014 hervor. Unter Einbeziehung der Verdachtsfälle ergibt sich eine Zahl von 103 Fällen, in denen Schilddrüsenkrebs nachgewiesen, oder vermutet wird. Voraussichtlich liegt die tatsächliche Zahl der Krebsfälle noch höher, da nur ca. 85% der betroffenen Kinder untersucht wurden.

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Analyse zum UNSCEAR-Bericht veröffentlicht

Der Geigerzähler misst deutlich höhere Werte als die offiziellen Messstellen. © Alexander Neureuthe.[6.6.2014 ]19 IPPNW-Sektionen analysieren in einem am 6. Juni 2014 veröffentlichten ausführlichen Kommentar, wie der Bericht des Wissenschaftlichen Ausschusses der Vereinten Nationen zur Untersuchung der Auswirkungen der atomaren Strahlung (UNSCEAR) die gesundheitlichen Folgen der Atomkatastrophe systematisch verharmlost. Basierend auf den im UNSCEAR-Bericht aufgeführten kollektiven Lebenszeitdosen für die japanische Bevölkerung durch radioaktiven Niederschlag gehen die IPPNW-ÄrztInnen in den kommenden Jahrzehnten von ca. 1.000 strahlenbedingten Schilddrüsenkrebsfällen und zwischen 4.300 und 16.800 weiteren Krebsfällen aus.

Zahl bisher entdeckter Schilddrüsenkrebsfälle ist hoch

 Foto: Ian Thomas Ash[06.06.2014] Bei 50 japanischen Kindern in der Präfektur Fukushima wurden mittlerweile Schilddrüsenkrebs-Operationen durchgeführt. Das geht aus einem Bericht des Fukushima Health Management vom 19. Mai 2014 hervor. 39 weitere Kinder haben krebsverdächtige Biopsieergebnisse und müssen noch operiert werden. Es ist zu erwarten, dass die Zahl der Krebsfälle weiter steigen wird, da bislang erst für 78% der betroffenen Kinder Ergebnisse publiziert wurden und bei rund 400 Kindern mit verdächtigen Ergebnissen in den ersten Reihenuntersuchungen noch keine Folgeergebnisse vorliegen. Japanische Krebsstatistiken belegen in der entsprechenden Altersgruppe normalerweise eine Inzidenz von weniger als einem Schilddrüsenkrebsfall pro Jahr. Mehr lesen

Ärzte: Gesundheitliche Auswirkungen werden systematisch unterschätzt

Schilddrüsenuntersuchung bei einem japanischen Mädchen, Foto: Ian Thomas Ash[25.10.2013] Der heute vorgelegte Bericht des Komitees der Vereinten Nationen für die Folgen von Strahlung (UNSCEAR) verharmlost systematisch das wahre Ausmaß der gesundheitlichen Folgen der Fukushima-Katastrophe. Es handelt sich um eine gezielte Missinformation der Öffentlichkeit. Das kritisieren IPPNW-Ärzte aus Deutschland, den USA, Schweiz, Frankreich, Italien, Nigeria, Malaysia, Ägypten und den Niederlanden in ihrer Analyse des Berichts.

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Bisherige Messungen in Fukushima unzulänglich

H4 tank area being patrolled at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station, Foto: Tepco[11.09.2013] TEPCO pumpt zur Kühlung der havarierten Reaktorkerne in Fukushima täglich hunderte Tonnen Wasser in die Kraftwerksruinen. Dabei fallen große Mengen von radioaktiv kontaminiertem Abwasser an. Dieses wird derzeit noch in großen Auffangcontainern nahe der Kraftwerke gelagert. Zur Zeit handelt es sich um mehr als 300.000 Tonnen radioaktiver Flüssigkeiten - Tendenz steigend.

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Reihenuntersuchungen in Fukushima finden 12 Fälle von Schilddrüsenkrebs

Von Dr. med. Alex Rosen

[06.07.2013] Die Präfektur Fukushima veröffentlichte im Juni einen neuen Zwischenbericht des Fukushima Health Management Survey. Kurz zusammengefasst sind die wesentlichen Erkenntnisse bislang: Von insgesamt 175.499 Kindern unter 18 Jahren, zeigten 76.230 (43,4%) auffällige Schilddrüsenbefunde, also Knoten oder Zysten.

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Weitere IPPNW-Berechnung auf WHO-Datenbasis: 22.000 - 66.000 Krebserkrankungen

Von Henrik Paulitz, Winfrid Eisenberg und Reinhold Thiel

[14.03.2013] Eine IPPNW-Auswertung des WHO-Berichts "Health risk assessment" (2013) kommt auf der Basis der Daten und Annahmen der Weltgesundheitsorganisation zum Ergebnis, dass infolge der Atomkatastrophe in Fukushima mit 22.000 Krebserkrankungen zu rechnen ist. Werden die Annahmen realitätsnäher gewählt, so ergeben sich 66.000 zu befürchtende Krebserkrankungen. Sowohl aus dem WHO- als auch aus dem IPPNW-Report ergibt sich übereinstimmend, dass in Japan mit mehreren zehntausend Krebserkrankungsfällen aufgrund der Atomkatastrophe von Fukushima gerechnet werden muss. Das Spektrum liegt zwischen 20.000 und 120.000 Krebsfällen.

"Auf der Grundlage der WHO-Daten sind in Japan zwischen 22.000 und 66.000 Krebserkrankungen zu erwarten"

 

Kritische Analyse der WHO-Bewertung von Gesundheitsrisiken der Fukushima-Atomkatastrophe

Von Alex Rosen

[01.03.2013] Am 28. Februar 2013 veröffentlichte die WHO ihre "Gesundheitsrisikobewertung" zur atomaren Katastrophe von Fukushima. Der Bericht kommt zu dem Schluss, dass "die prognostizierten Risiken für die allgemeine Bevölkerung innerhalb und außerhalb Japans niedrig sind und kein signifikanter Anstieg der Krebsraten oberhalb des Normalniveaus zu erwarten ist."  Eine IPPNW-Analyse von Dr. Alex Rosen erläutert die wichtigsten Einwände gegen den Bericht, und zeigt auf, warum dieser weder als objektive Bewertung der aktuellen Gesundheitsrisiken angesehen noch als belastbare Grundlage für zukünftige Beschlüsse und Empfehlungen herangezogen werden kann.

Zusammenfassung deutsch: "Kritische Analyse der WHO-Bewertung von Gesundheitsrisiken der Fukushima-Atomkatastrophe"

Ausführliche Analyse englisch: "Critical Analysis of the WHO’s health risk assessment of the Fukushima nuclear catastrophe"

Zusammenfassung Japanisch: "Critical Analysis of the WHO’s health risk assessment of the Fukushima nuclear catastrophe"

Analyse des WHO-Berichts zur Katastrophe von Fukushima

von Alex Rosen

[19.09.2012] Am 23. Mai 2012 veröffentlichte die Weltgesundheitsorganisation WHO einen vorläufigen Bericht mit dem Titel "Preliminary dose estimation from the nuclear accident after the 2011 Great East Japan Earthquake and Tsunami". Der Bericht will „rechtzeitige und verbindliche Informationen zum erwarteten Ausmaß der Strahlungsdosen für die Bürger im ersten Jahr nach dem Unfall” liefern, „um auf globaler Ebene die möglichen Gesundheitsfolgen der Strahlenexposition während des ersten Jahres nach dem Unfall im Fukushima Dai-ichi -Atomkraftwerk” zu bewerten. Ein IPPNW-Report von Dr. Alex Rosen analysiert den WHO-Bericht, indem er versucht, drei einfache Fragen zu beantworten: Was sagt der Bericht? Was sagt der Bericht nicht? Wer verfasste den Bericht?

Analyse des WHO-Berichts zur Katastrophe von Fukushima

Magret Chan, WHOSchreiben an WHO-Generalsekretärin Margret Chan

Von Angelika Claußen, Dörte Siedentopf und Martin Sonnabend

[5.11.2012] Die deutsche Sektion der IPPNW hat in einem Brief an die Weltgesundheitsorganisation appelliert, die medizinische Forschung über die Gesundheitsfolgen der atomaren Katastrophe von Fukushima erheblich auszuweiten. Die von United Nations Scientific Committee on the Effects of Atomic Radiation (UNSCEAR) für 2013 geplante Studie soll ausschließlich grobe Abschätzungen verschiedener japanischer und internationaler Experten berücksichtigen, aus denen dann die zu erwartenden Gesundheitseffekte theoretisch abgeleitet werden. Dringend notwendig seien jedoch unabhängige epidemiologische Studien sowie die baldige Einrichtung eines umfassenden Registers, in dem alle Menschen erfasst werden, die aufgrund der Katastrophe von Fukushima vermutlich mehr als 1 mSv Strahlung durch unterschiedliche Quellen ausgesetzt waren.

Brief auf deutsch englisch japanisch

Medizinische Forschung nach Reaktorunglück muss ausgeweitet werden

Schilddrüsenuntersuchung bei einem Jungen in der „Fukushima collaborative clinic“, einer privaten Klinik, die unabhängige Screenings anbietet.© Ian Thomas Ash 2013 www.DocumentingIan.com[17.09.2012] Interview im Ärzteblatt mit der deutschen IPPNW-Ärztin Dr. Angelika Claußen, die Ende August mit einer internationalen Expertengruppe die Präfektur von Fukushima besucht hat.

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Schwangere und Kleinkinder sind besonders gefährdetGesundheitliche Auswirkungen der Atomkatastrophe von Fukushima

Von Alex Rosen

[28.07.2012] Auch wenn es noch zu früh ist, die gesundheitlichen Auswirkungen der atomaren Katastrophe vollständig einschätzen zu können, so ist steht doch fest, dass die Einwohner der kontaminierten Region schädlichen Radioisotopen ausgesetzt waren und sind. Kinderarzt Dr. Alex Rosen gibt anhand der bisher vorhandenen Daten und der Erfahrungen aus der Tschernobyl-Region einen Überblick die zu erwartenden gesundheitlichen Folgen für die Menschen in der betroffenen Region.

"Gesundheitliche Auswirkungen der Atomkatastrophe von Fukushima"

Empfehlungen internationaler Ärzte zum Schutz der Gesundheit

[29.08.2012] Eine Delegation von dreißig IPPNW-Ärzten, Medizinstudenten und Experten aus Deutschland, den Vereinigten Staaten, Kanada, Großbritannien, Finnland, Israel, Indien, Neuseeland und Australien hat im August die Präfektur Fukushima besucht. Die Expertengruppe forderte Maßnahmen, die die Sicherheit und Gesundheit der Menschen in den kontaminierten Gebieten an erste Stelle setzen. "Bedauerliche Fehlinformationen sind verbreitet worden, auch von erfahrenen Experten und in Materialien für den Schulunterricht, die Risiken ionisierender Strahlung herunterspielen. Der korrumpierende Einfluss der japanischen Atomlobby ist weitreichend. Die Bereitstellung korrekter, unabhängiger, rechtzeitiger öffentlicher Informationen ist essentiell", heißt es in der Erklärung.

Erklärung herunterladen (PDF)

Report „Kalkulierter Strahlentod“: Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in EU und Japan, von IPPNW und foodwatchReport: Kalkulierter Strahlentod

Von foodwatch und IPPNW

[20.09.2011] Bieten die Strahlen-Grenzwerte für radioaktiv belastete Lebensmittel in der EU und in Japan einen ausreichenden Gesundheitsschutz? Der Report „Kalkulierter Strahlentod – Die Grenzwerte für radioaktiv verstrahlte Lebensmittel in EU und Japan“, den die Verbraucherorganisation foodwatch und die Deutsche Sektion der IPPNW veröffentlicht haben, kommt zu dem Ergebnis, dass die Bevölkerungen unnötig hohen gesundheitlichen Risiken ausgesetzt wird. Die Autoren Thomas Dersee und Sebastian Pflugbeil fordern eine Verschärfung der Grenzwerte.

"Kalkulierter Strahlentod"

IPPNW‐Empfehlungen für Jodtabletten beim atomaren Unfall

Von Reinhold Thiel

[07.07.2011] Nur wenige Stunden nach einem Super-GAU wird die Bevölkerung über die Atemluft mit radioaktivem Jod belastet. Das strahlende Jod wird vom Körper gezielt in die Schilddrüse eingelagert und verursacht dort chronische Schilddrüsenentzündungen und auch Krebs. Durch die rechtzeitige Einnahme von Tabletten mit hochdosiertem nicht-radioaktivem Jod (0,13 g) kann die Aufnahme des radioaktivem Jod durch die Schilddrüse weitgehend blockiert werden, so IPPNW-Vorstandsmitglied Reinhold Thiel.

"IPPNW-Empfehlung bei Atomreaktorunfällen zum Schutz der Schilddrüse mit speziellen Jod-Tabletten (Jodblockade)"

II. Umweltfolgen der Atomkatastrophe

In Japan ging ein zweites Atomkraftwerk wieder in Betrieb

[11.02.2016] Nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima wurden nach und nach alle 54 japanischen Atomkraftwerksblöcke in den 17 Atomkraftwerken des Landes vom Netz genommen. Die Industrienation kam völlig ohne Atomstrom aus. Nach langem Ringen wurde im August 2015 der Druckwasserreaktor Sendai-1 wieder in Betrieb genommen. Jetzt ging mit Takahama ein zweites Atomkraftwerk wieder ans Netz. Takahama-3 wird mit plutoniumhaltigen MOX-Brennstoff betrieben, die als störfall-anfälliger eingeschätzt werden als normale Uran-Brennelemente. Die MOX-Brennelemente hatte die Betreibergesellschaft Kansai Electric Power Company bereits im Januar 2011 kurz vor dem Super-GAU in Fukushima eingesetzt.

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Japan - Baumaterial aus Kontaminationsmüll

[11.01.2016] Die japanische Regierung plant offiziellen Berichten zufolge, den durch Fukushima entstandenen radioaktiven  Kontaminationsmüll zu „recyceln“, wie es in einem Bericht der Zeitung Asahi Shimbun vom 22. Dezember 201z heißt. Bis zu 99,8 Prozent von mehr als 20 Millionen Kubikmeter kontaminiertem Erdreich könnten "wiederverwendet" werden, behauptet das japanische Umweltministerium. Geplant ist eine Verwendung als Baumaterial für staatliche Bauvorhaben. Im Laufe des Jahres möchte das Ministerium damit beginnen, die erforderliche Technologie und erste Pilotprojekte zur Verwertung des Strahlenmülls zu entwickeln.

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Folgen der Atomkatastrophe für die Biosphäre

[11.01.2016] Neben den Folgen für die menschliche Gesundheit interessieren Wissenschaftler vor allem  die ökologischen Konsequenzen der Atomkatastrophe von Fukushima. Der Mensch ist ebenso Teil der Biosphäre wie Tiere und Pflanzen und jeder Schaden an der Umwelt hat auch unmittelbare Folgen für den Menschen. Zudem sind in der Tier- und Pflanzenwelt Schäden durch Radioaktivität unter Umständen frühzeitiger und sensitiver bemerkbar, so dass sich Anhaltspunkte für mögliche Effekte auf die menschliche Gesundheit ergeben können. Da Pflanzen ortsständig sind, lassen sich an ihnen auch gut lokale Effekte nachvollziehen. 

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Aktuelle radioaktive Freisetzungen in Fukushima

[10.08.2015] Mehr als 4 Jahre nach Beginn der Atomkatastrophe von Fukushima müssen die Behörden in Japan feststellen, dass die Dekontaminationsbemühungen in Teilen der verstrahlten Gebieten weit hinter den ursprünglichen Zeitplänen hinterherhinken oder immer wieder zurückgeworfen werden. Während Straßen und Plätze durch Abtragung von oberflächlichen Erdschichten und Säuberungsaktionen relativ gut von strahlenden Partikeln zu befreien waren und auch Wohngebiete durch ein massives Aufgebot an Personal und mühsame Kleinstarbeit zumindest temporär dekontaminiert werden konnten, stellen Felder, Waldgebiete und wildes Terrain unsanierbare Reservoirs an radioaktiven Stoffen dar und tragen immer wieder zur Rekontamination ehemals gereinigten Areale bei. Hinzu kommt, dass auf dem Gelände des havarierten Atomkraftwerks kontinuierlich neue Strahlung in die Umgebung frei gesetzt wird.

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Waldbrände als Risikofaktor für radioaktiv kontaminierte Regionen

[10.05.2015] Ein unterschätzter Risikofaktor in radioaktiv kontaminierten Regionen sind Wälder. Während Wohngebiete sowie industriell und landwirtschaftlich genutzte Flächen prinzipiell dekontaminiert werden können, sammeln sich radioaktive Partikel in unwegbarem Gelände in Wäldern oder Bergen und stellen im Rahmen von Stürmen, Pollenflug oder Waldbränden ein Risiko für eine Rekontamination der umliegenden Region dar. Anschaulich kann man das in Tschernobyl beobachten, wo immer wieder auftretenden Waldbrände in der Sperrzone rund um den havarierten Reaktor bis heute einen relevanten Faktor für die weitere Verbreitung von radioaktivem Niederschlag darstellen.

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Wohin mit kontaminierter Erde?

[10.04.2015] Der radioaktive Niederschlag von Fukushima hat große Flächen des Landes kontaminiert. Im Zuge der Dekontaminationsbemühungen wurden Unmengen von oberflächlicher Erde abgetragen und in gigantischen Deponien gesammelt. Die Frage, was mit diesen radioaktiven Abfällen geschehen soll, beschäftigt Politik und Atomwirtschaft seit nunmehr fast vier Jahren. Eine adäquate Antwort ist bislang noch nicht gefunden. Während dessen stellt dieser Strahlenmüll, der am Wegrand, in Vorgärten oder sogar neben Schulen und Spielplätzen gelagert wird, ein relevantes Sicherheitsrisiko und ein großes Problem für die Zukunft der Region dar. Am 13. März 2015 wurden nun erstmalig 12 Kubikmeter verseuchtes Erdreich in ein geplantes Zwischenlager nahe der evakuierten Städte Okuma und Futaba gefahren, wo er 30 Jahre lang abklingen soll.

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Geschäfte mit AKW-Rückbau

[10.04.2015] Ähnlich wie in Deutschland sieht auch in Japan die Atomwirtschaft durch das Abschalten von Atomkraftwerken ihr lukratives Geschäftsmodell gefährdet. Anders als in Deutschland jedoch, wo der Atomausstieg in einem breiten gesellschaftlichen Konsens beschlossen wurde, genießt die japanische Atomwirtschaft trotz zahlreicher Korruptionsskandale, einer langen Reihe relevanter Unfälle bis hin zur Atomkatastrophe von Fukushima und einer mittlerweile größtenteils atomkritischen Öffentlichkeit weiterhin massive Unterstützung von Seiten der Politik. Obwohl einige Atomkraftwerke permanent abgeschaltet werden sollen (u.a. die Reaktoren in Fukushima, zwei Reaktoren des AKW Mihama, ein Reaktor des AKW Genkai, ein Reaktor des AKW Shimane und ein Reaktor des AKW Tsuruga), plant die Regierung offenbar, den Großteil der Reaktoren wieder in Betrieb zu nehmen.

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Der Kampf mit dem kontaminierten Wasser

[10.03.2015] Noch immer kämpft der Fukushima-Betreiber Tepco mit dem Problem kontaminierten Kühlwassers. Da der Kernbrennstoff in den havarierten Reaktoren kontinuierlich gekühlt werden muss, fallen täglich geschätzte  700.000 Liter kontaminierten Wassers an. Von diesen fließen Schätzungen von Tepco zu Folge ca. 300.000 - 400.000 Liter jeden Tag unkontrolliert ins Meer. Der Rest kann abgepumpt und in den Tanks auf dem Kraftwerksgeländer gesichert werden. Rund 590 Millionen Liter radioaktiv kontaminiertes Wasser lagern bereits in riesigen Behältern auf dem Kraftwerksgelände. Die Kapazitäten der Tanks sind jedoch bald erreicht und es gibt bislang keine praktikable Lösung, was mit den großen Mengen radioaktivem Abfall langfristig geschehen soll.

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Fukushima: Radioaktiv belastetes Wasser fließt ins Meer

Von Dr. Alex Rosen, IPPNW-Vorstandsmitglied

Seit Mitte März 2011, also seit mehr als 28 Monaten, strömen große Mengen radioaktiv kontaminiertem Wasser aus dem havarierten Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi ins Meer. Neben den Unmengen an Kühlwasser, welches täglich in die Atomruine gepumpt wird um weitere Kernschmelzen zu verhindern, musste TEPCO nun auch zugeben, dass Grundwasser durch Risse im Betonmantel in die Reaktorkerne eindringt. Mehr als 300 Tonnen radioaktiv kontaminiertes Wasser fließen anschließend jeden Tag aus dem strahlenverseuchten AKW ins Grundwasser zurück und anschließend in den Pazifik.

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Radioaktiver Müll im Grundwasser und Ozean von Fukushima

Von Dr. med. Alex Rosen

[09.07.2013]
Die Probleme im havarierten Atomkraftwerk von Fukushima sind auch mehr als zwei Jahre nach Beginn der Katastrophe noch lange nicht unter Kontrolle. Nachdem die Betreiberfirma TEPCO vor kurzem stark erhöhte Werte des radioaktiven Moleküls Tritium im Grundwasser fand, war man gezwungen, weiterführende Untersuchungen durchzuführen. Das Ergebnis: neben Tritium fand man auch das hochgiftige Strontium-90, sowie Cäsium-134 und Cäsium-137 im Grundwasser – allesamt krebserregende Strahler, die im Grundwasser überhaupt nichts zu suchen haben.

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Foto: jpellgen/flickr (CC BY-NC-ND 2.0) Fresh Fish at Tsukiji market in Chuo-ku, Tokyo.Zu den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf den Pazifik und die Nahrungsketten

Von Stephan Moldzio et. al. 

[07.07.2011] Die Mehrheit des radioaktiven Niederschlags aus dem AKW Fukushima-Daiichi ereignete sich über dem Nordpazifik und führte zur größten, jemals gemessenen radioaktiven Kontamination der Weltmeere durch ein einzelnes Ereignis. In diesem Papier werden die Auswirkungen dieser Verseuchung, ihre Bedeutung für die Fischerei und die Anreicherung in der Nahrungskette analysiert.

"Zu den Auswirkungen der Reaktorkatastrophe von Fukushima auf den Pazifik und die Nahrungsketten"

III. Unfallablauf der Atomkatastrophe

Ehemaliger japanischer Premierminister: “Göttliche Fügung” hat Tokio gerettet

[11.11.2015] Der japanische Premierminister zum Zeitpunkt des Super-GAU von Fukushima, Naoto Kan, hat kürzlich in einem Interview mit dem Spiegel über die aufreibenden Tage im März 2011 gesprochen. “Nur um ein Haar” sei Japan einer noch viel schlimmeren Katastrophe entkommen – der radioaktiven Kontamination der Metropolregion Tokio mit über 50 Millionen Einwohnern. In den Tagen nach Beginn der Atomkatastrophe (dem 11. März 2011) wehte der Wind vor allem Richtung Osten, so dass ein Großteil des radioaktiven Niederschlags (schätzungsweise rund 80%) über dem Pazifik erfolgte. 

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Fukushima Dai-ichi/© Tepco

IPPNW-Unfallanalyse: Der Super-GAU von Fukushima

Von Henrik Paulitz

[06.03.2012] Weltweit wird der Behauptung der Atomindustrie geglaubt, der Tsunami sei maßgeblich für den Super-GAU in Fukushima verantwortlich gewesen, doch er ist aufgrund des Erdbebens eingetreten, weil wichtige Hochdruck-Einspeisesysteme unabhängig von Tsunami-Schäden ausgefallen sind. Die vorliegende Unfallanalyse von IPPNW-Atomexperte Henrik Paulitz stützt sich auf offizielle Dokumente der japanischen Regierung und anerkannten Gutachterorganisationen der Atombehörden.

IPPNW-Studie "Der Super-GAU von Fukushima"

Flugblatt: "Fukushima - Tsunami-Legende"

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Fukushima war ein Super-GAU

Von Henrik Paulitz

[08.03.2013] Immer wieder wird infrage gestellt, ob man die Atomunfälle in Tschernobyl (1986) und in Fukushima (2011) als „Super-GAU“ bezeichnen sollte. Die Abkürzung GAU stünde bereits für den „größten anzunehmenden Unfall“ und daher sei die Be-zeichnung „Super-GAU“ sprachlich ein unsinniger Superlativ und sachlich eine unangemessene Übertreibung, heißt es immer wieder. Tatsächlich ist es aber sachgerecht, für Tschernobyl und Fukushima Bezeichnungen wie „Super-GAU“ oder auch „katastrophaler Atomunfall“ zu verwenden.

"Zur Terminologie „Super-GAU“ - Fukushima und Tschernobyl waren katastrophale Atomunfälle"

Quelle: Yukio Hayakawa/ Gunma University/7th edition, 8. August 2012

Eine Chronik der Katastrophe: Der Super-GAU im Atomkraftwerk Fukushima Dai-ichi

Am 11. März 2011 um 14.46 Uhr Ortszeit ereignet sich in Japan ein Erdbeben der Stärke 9 auf der Richterskala. Die Techniker und Ingenieure der Atomkraftwerke von Fukushima Dai-ichi verlieren die Kontrolle über die Anlagen. Es kommt es zur Kernschmelze in drei Reaktoren. Erhebliche Mengen Radioaktivität werden freigesetzt. Ungefähr 100.000 Einwohner müssen das Gebiet vorübergehend oder dauerhaft verlassen.

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IV. Tschernobylfolgen

IPPNW-Studie: Gesundheitliche Folgen von Tschernobyl

IPPNW-Studie: Gesundheitliche Folgen von Tschernobyl

[April 2011] Von der Tschernobylkatastrophe vor 25 Jahren sind über 600 Millionen Menschen in ganz Europa gesundheitlich betroffen. Das geht aus einer aktualisierten Studie der IPPNW Deutschland und der Gesellschaft für Strahlenschutz zu den gesundheitlichen Folgen von Tschernobyl hervor. Die Autoren werteten wissenschaftliche Untersuchungen aus der ganzen Welt aus.

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IPPNWaktuell: Das gesundheitliche Erbe von TschernobylIPPNWaktuell: Das gesundheitliche Erbe von Tschernobyl

[März 2011] Was ist am 26. April 1986 passiert und was sind die Folgen? In dieser Ausgabe des IPPNWaktuells erklären Dr. med. Angelika Claussen und Sebastian Pflugbeil die gesundheitlichen Schäden durch radioaktive Strahlung vom Super-GAU in Tschernobyl.

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Powerpoint Präsentation zu 25 Jahre Tschernobyl (pdf-Datei, die PPT-Datei können Sie bei uns anfordern)