EU will Restriktionen für Lebensmittelimporte aus Fukushima lockern

[11.02.2016] Die EU will Lebensmitteleinfuhren aus Japan erleichtern. Dies betrifft unter anderem auch Gemüse und Rindfleisch aus der Präfektur Fukushima, wie das japanische Landwirtschaftsministerium Anfang Januar mitteilte. Derzeit müssen noch alle Lebensmittel aus Fukushima beim Verschiffen Zertifikate über die enthaltene Radioaktivität enthalten. Davon ausgenommen sind bisher nur alkoholische Getränke. Das soll sich jetzt für Gemüse, Früchte (außer für Kakipflaumen), tierische Lebensmittel, Tee und Buchweizenprodukte ändern. Die radioaktive Belastung der Lebensmittel hätten in den Jahren 2013 und 2014 die zulässigen Grenzen nicht mehr überschritten, so das Ministerium. Andere Lebensmittel wie Reis, Pilze, Sojabohnen und einige Fischprodukte sollen dagegen weiterhin Restriktionen unterworfen bleiben. Die zulässigen Grenzwerte sind jedoch noch relativ  hoch: 100 Becquerel pro Kilogramm (Bq/kg) für Gemüse und Früchte, 50 Bq/kg für Milch und Babynahrung sowie 10 Bq/kg für Trinkwasser.
Die IPPNW und die Organisation Foodwatch fordern, die Grenzwerte für Säuglingsnahrung und Milchprodukte auf 8 Bq/kg (Cäsium) und die für alle anderen Nahrungsmittel auf 16 Bq/kg abzusenken.
Die Entscheidung der EU erfolgt während der laufenden Verhandlungen mit Japan über ein „Freihandels“-Abkommen. Japan möchte in den Gesprächen Auflagen für japanische Fahrzeuge beseitigen, während Brüssel seine Landwirtschaftsexporte nach Japan ausweiten möchte, darunter Schweinefleisch, Käse und Wein. Im Zuge der zähen Verhandlungen versucht die japanische Regierung alle Einschränkungen für Exporte aus Fukushima zu beseitigen. Das betrifft auch bisher geltende Beschränkungen für Ausfuhren in sonstige Staaten. Rund 14 Staaten, darunter Australien und Thailand, haben ihre Einfuhrbeschränkungen für japanische Lebensmittel aufgehoben, während Dutzende andere Länder wie Südkorea spezielle Regelungen nach wie vor aufrechterhalten.

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