Der Kampf mit dem kontaminierten Wasser

[10.03.2015] Noch immer kämpft der Fukushima-Betreiber Tepco mit dem Problem kontaminierten Kühlwassers. Da der Kernbrennstoff in den havarierten Reaktoren kontinuierlich gekühlt werden muss, fallen täglich geschätzte  700.000 Liter kontaminierten Wassers an. Von diesen fließen Schätzungen von Tepco zu Folge ca. 300.000 - 400.000 Liter jeden Tag unkontrolliert ins Meer. Der Rest kann abgepumpt und in den Tanks auf dem Kraftwerksgeländer gesichert werden. Rund 590 Millionen Liter radioaktiv kontaminiertes Wasser lagern bereits in riesigen Behältern auf dem Kraftwerksgelände. Die Kapazitäten der Tanks sind jedoch bald erreicht und es gibt bislang keine praktikable Lösung, was mit den großen Mengen radioaktivem Abfall langfristig geschehen soll.

Ein geplanter Eiswall, der das Eindringen von Grundwasser in die zerstörten Reaktorgebäude verhindern sollte, ist bislang nicht realisierbar, immer mehr der eilig errichteten Tanks zeigen Risse und Lecks und die Dekontamination des radioaktiven Wassers gestaltet sich um ein vielfaches komplizierter und teurer als erwartet. Vor allem das radioaktive Tritium stellt ein enormes Problem dar, so dass bereits Stimmen laut werden, die für eine kompromisslose Entsorgung der enormen Mengen von radioaktivem Wasser in den Ozean plädieren.

Gerade hier wächst jedoch derzeit der Widerstand. Anfang des Jahres wurden in Proben vor der Küste Beta-Strahlendosen von bis zu 1.500 Bq/l registriert – mehr als das 10-fache des normalen Werts. Auf Rückfrage musste Tepco daraufhin im Februar 2015 zugeben, dass bereits seit Mai 2014 Informationen über die Freisetzung von hoch radioaktivem Wasser in den Pazifik vorlagen, diese jedoch bislang geheim gehalten wurden. Auf dem Dach des havarierten Reaktorgebäudes 2 hatte sich Regenwasser mit radioaktiven Substanzen wie Stronium-90 und Cäsium-137 vermischt. In Entwässerungsgräben waren daraufhin enorm hohe Strahlenwerte von bis zu 52.000 Bq/l für Betastrahler wie Strontium-90 und bis zu 29.400 Bq/l für radioaktives Cäsium gefunden worden. Fischereiverbände, die bislang mit Tepco in Verhandlungen über mögliche Entsorgungsmaßnahmen standen, haben diese nun aus Protest abgebrochen. Die großen Mengen an radioaktivem Wasser werden noch für lange Zeit ein Problem für Tepco und die Bevölkerung in Fukushima darstellen.

Quellen:



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