Tokio am Rande der Apokalypse

Naoto Kan, ehemaliger Premierminister Japans, bekannte sich in einem Interview mit der britischen Zeitung „The Telegraph“ zum erklärten Gegner der Atomenergie. Nur einen Fingerbreit von der Schwelle zum totalen nuklearen Desaster habe sich Japan im Jahr 2011 befunden, nachdem es im Atomkraftwerk Fukushima Daiichi zu drei Kernschmelzen gekommen war. Kurzzeitig habe man sogar erwogen, die Hauptstadt Tokio zu evakuieren – insgesamt wären das mit den umliegenden betroffenen Präfekturen 50 Millionen Menschen gewesen. So waren es „bloß“ 200.000 Menschen, die ihr Zuhause verlassen mussten, gut die Hälfte davon harrt immer noch in provisorischen Flüchtlingslagern aus.

Als besonders problematisch hob Naoto Kan die Informationskette und die Kommunikation zwischen der Betreiberfirma TEPCO und der Regierung hervor. Fehlende Informationen und mangelndes Verständnis für die Konsequenzen hätten zu einer Reihe von Fehleinschätzungen und Fehlentscheidungen geführt. So sei der staatliche Berater für Reaktorsicherheit nicht in der Lage gewesen, die Fragen des Krisenstabs zu beantworten, da er sich mit Atomtechnologie nicht  ausgekannt habe.

Diese Erfahrungen haben den ehemaligen Premierminister zum Umdenken bewegt. Man müsse die Balance finden, zwischen Nutzen und Risiko.

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