Regierung bestätigt Krebserkrankung durch Fukushima-Katastrophe

Viereinhalb Jahre nach der Atomkatastrophe von Fukushima hat die japanische Regierung erstmals offiziell bestätigt, dass ein früherer Angestellter des Kraftwerks aufgrund der radioaktiven Strahlung nach der Kernschmelze an Krebs erkrankt ist. „Der Fall erfüllt die Kriterien“, sagte ein Vertreter des Gesundheitsministeriums an diesem Dienstag in Tokio -  andere Krankheitsursachen könnten ausgeschlossen werden. 

Bei dem Mann, der nach der Havarie im Jahr 2011 in dem Atomkraftwerk gearbeitet habe, sei Leukämie diagnostiziert worden. Der frühere Angestellte, der Medienberichten zufolge 41 Jahre alt ist, wird nach Angaben des Ministeriums finanziell entschädigt.

Nach dem Unglück erkrankten bereits mehrere in der Anlage im Nordosten Japans tätige Arbeiter an Krebs. Bislang wurde ein direkter Zusammenhang zwischen der Atomkatastrophe und den Krebsdiagnosen aber offiziell nicht bestätigt. In drei Fällen dauert die Prüfung noch an. Zu befürchten ist allerdings, dass erkrankten Katastrophenhelfern die Anerkennung als Strahlenopfer verweigert wird um sich vor Regressansprüchen zu schützen.
Die bisherigen Klagen von Arbeitern, Evakuierten, der Polizei etc. richten sich in der Regel gegen die Betreibergesellschaft Tepco. Der Atomkonzern ist verantwortlich und entschädigungspflichtig für die Folgen der Nuklearkatastrophe. Wenn jetzt das Gesundheitsministerium Entschädigungsansprüche einräumt, stellt sich die Frage, ob der Staat und somit die Steuerzahler/innen in Japan direkt oder indirekt für die Entschädigungsleistungen aufkommen.

Schon bisher besteht eine Schieflage, weil der entschädigungspflichtige Atomkonzern bzw. dessen Aktionäre sich vom Staat Milliardenbeträge für die Entschädigungszahlungen schenken lassen. Im Februar 2013 hatte Tepco mitgeteilt, „weitere 5,5 Milliarden Euro“ zur Entschädigung der Opfer vom Wirtschaftsministerium erhalten zu haben. Insgesamt sollten bis dato etwa 25,6 Milliarden Euro für Geschädigte „bereitstehen“. Insgesamt bezifferte Tepco die Folgekosten der Atomkatastrophe einschließlich der
Dekontaminierungsarbeiten auf rund 80 Milliarden Euro. Während die Gewinne aus der massiv subventionierten Atomkraft Jahrzehntelang vom Unternehmen einbehalten wurden, werden die Verluste durch den mehrfachen Super-GAU nun auf den Staat und somit auf die Steuerzahler abgeschoben – eine Praxis, die wir auch aus dem deutschen Kontext zu Genüge kennen.

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