Atomkraftwerk Takahama wieder vom Netz

Im Januar und Februar 2016 erst wurden die Atomkraftwerksblöcke Takahama-3 und -4 wieder in Betrieb genommen. Kurzzeitig waren damit in Japan wieder vier Atomreaktoren in Betrieb. Takahama-4 musste jedoch wegen technischer Probleme nach nur drei Tagen wieder vom Netz genommen werden. Zudem wurde ein Leck von Kühlflüssigkeit bekannt, wohl aufgrund eines Ventildefekts. Hideyuki Ban, Ko - Vorsitzender des Citizens’ Nuclear Information Center sagte: "Kansai Electric hatte es so eilig, die Atomenergie-Erzeugung wieder zu beginnen, dass sorgfältige Untersuchungen des Reaktors vor dem Neustart einfach übersprungen wurden."

Jetzt verfügte ein Gericht am 9. März 2016 das Abschalten beider Reaktoren in Takahama sowie ein Verbot des Wiederanfahrens. Die Richter kritisieren die Notfallpläne sowie die technische Ausrüstung des Kraftwerks. Die Entscheidung geht auf eine Klage von BürgerInnen zurück, die die Sicherheit des Kernkraftwerks bezweifeln. Damit reduzierte sich in Japan die Zahl der im Netzbetrieb befindlichen Reaktoren wieder auf zwei. Vor dem Unfall in Fukushima waren in Japan 54 Atommeiler in Betrieb.

Die Atomreaktoren in Takahama nutzen die umstrittenen MOX-Brennstäbe, die ein Gemisch aus Uran und Plutonium enthalten. Die Technologie, die weltweit aufgrund ihrer Gefährlichkeit und des Risikos der Proliferation vom waffenfähigem Plutonium im Verruf geraten ist, führt auch in Japan in eine Sackgasse: die Wiederaufbereitungsanlage in Rokkasho wie auch der Schnelle Brüter Monju sind weiterhin Baustellen und werden vermutlich nie den Betrieb aufnehmen. Währenddessen stapeln sich rund um das Atomkraftwerk in Takahama die abgebrannten Brennstäbe. Zwei Drittel der Gesamtkapazität des Abklingbeckens ist bereits erreicht und einen Plan, was mit den gefährlichen Brennstäben passieren soll, die in Japan nicht entsorgt oder aufbereitet werden können, existiert weiterhin nicht.

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