Meinungsumfrage: Viel Skepsis in der Bevölkerung

Auch fünf Jahre nach Fukushima ist die Mehrheit der dort lebenden Bevölkerung nicht zuversichtlich, dass sich die Region in nächster Zeit von der Katastrophe erholen wird. In einer von der Zeitung Asahi Shimbun und der Fukushima Broadcasting GmbH im Februar 2016 durchgeführten Telefonumfrage hielten 62 % der Befragten die baldige Rückkehr zur Normalität für unwahrscheinlich. Bei der  Frage, wie lang es dauern wird, bis das Leben in Fukushima wieder die Bedingungen vor der Reaktorkatastrophe erreicht, gaben 51 Prozent der Befragten einen Zeitraum von „über 20 Jahren“ an. Auch das Image der Region Fukushima habe sich laut einer Mehrheit von 68 Prozent nicht erholt. Die Ergebnisse der Studie, die seit Herbst 2011 zum sechsten Mal durchgeführt wurde, zeigen eine sehr langsame Zunahme der Zuversicht der Bevölkerung in der kontaminierten Region.

Auch bezüglich des Krisenmanagements nach Fukushima äußern die BewohnerInnen der Präfektur in der Studie ihre Unzufriedenheit. Nur 17 Prozent der Befragten halten den Umgang der Regierung mit dem Atomunfall für gelungen. Die Reaktionen des Kraftwerksbetreibers TEPCO und der Regierung auf die Ansammlung kontaminierten Wassers in den Anlagen von Fukushima halten sogar nur 13 Prozent der StudienteilnehmerInnen für angemessen.

Eine Mehrheit der Befragten in Fukushima betrachtet die Wiederaufnahme des japanischen Atomenergieprogramms mit Besorgnis. 77 Prozent missbilligen die Wiederinbetriebnahme von Atomkraftwerken, nur 10 Prozent begrüßen sie. Diese Zahlen weichen signifikant von den Ergebnissen einer nationalen Studie vom Februar ab, bei der sich nur 54 Prozent der Japaner gegen das Atomenergieprogramm aussprechen und 31 Prozent dafür.

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