Wohin mit kontaminierter Erde?

Der radioaktive Niederschlag von Fukushima hat große Flächen des Landes kontaminiert. Im Zuge der Dekontaminationsbemühungen wurden Unmengen von oberflächlicher Erde abgetragen und in gigantischen Deponien gesammelt. Die Frage, was mit diesen radioaktiven Abfällen geschehen soll, beschäftigt Politik und Atomwirtschaft seit nunmehr fast vier Jahren. Eine adäquate Antwort ist bislang noch nicht gefunden. Während dessen stellt dieser Strahlenmüll, der am Wegrand, in Vorgärten oder sogar neben Schulen und Spielplätzen gelagert wird, ein relevantes Sicherheitsrisiko und ein großes Problem für die Zukunft der Region dar. Am 13. März 2015 wurden nun erstmalig 12 Kubikmeter verseuchtes Erdreich in ein geplantes Zwischenlager nahe der evakuierten Städte Okuma und Futaba gefahren, wo er 30 Jahre lang abklingen soll.

Auf die Frage, was dann mit den Müllbergen geschehen soll, gibt es ebenso wenig eine Antwort, wie auf die Frage, wo der restliche Strahlenmüll der japanischen Atomindustrie für die kommenden Jahrtausende gelagert werden soll. Die ehemaligen Anwohner von Okuma und Futaba zeigen sich besorgt, was aus ihren Städten werden soll, wenn sie als Lager für radioaktive Abfälle genutzt werden. Wenige trauen den Behörden, wenn sie sagen, dass der Müll nach 30 Jahren wieder umziehen soll.

Auch in Deutschland macht man sich Sorgen um den sogenannten niedrig-strahlenden Atommüll, der unter anderem durch den Rückbau von Atomkraftwerken anfällt. Vor allem ist man besorgt über die Pläne, diesen Atommüll „freizumessen“, also so lange mit sauberen Materialien zu mischen, bis die politisch definierten Strahlengrenzwerte erreicht sind und der Müll in den normalen Entsorgungsweg überführt werden kann. Ob solche Pläne auch in Japan bereits ausgearbeitet werden ist eine berechtigte Frage, angesichts der immensen Mengen an strahlenden Abfällen, die durch die Atomkatastrophe und die Evakuierungsbemühungen entstanden sind. Eine kritische öffentliche Begleitung des Umgangs mit dem Strahlenmüll wird weiterhin notwendig sein.

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