Bisherige Messungen in Fukushima unzulänglich

H4 tank area being patrolled at Fukushima Daiichi Nuclear Power Station, Foto: Tepco[11.09.2013] TEPCO pumpt zur Kühlung der havarierten Reaktorkerne in Fukushima täglich hunderte Tonnen Wasser in die Kraftwerksruinen. Dabei fallen große Mengen von radioaktiv kontaminiertem Abwasser an. Dieses wird derzeit noch in großen Auffangcontainern nahe der Kraftwerke gelagert. Zur Zeit handelt es sich um mehr als 300.000 Tonnen radioaktiver Flüssigkeiten - Tendenz steigend.

Wie viele Jahre oder Jahrzehnte die strahlenden Abfälle in den Tanks aufbewahrt werden müssen ist noch völlig unklar. Einige der Dichtungen an Rohrleitungen und den Tanks selbst haben sich jedoch bereits jetzt als undicht herausgestellt und so sickert seit Monaten radioaktives Wasser in den Boden und somit ins Grundwasser. Wie gefährlich dies für die Umwelt und die Gesundheit der Menschen ist hängt ganz wesentlich von dem Grad der radioaktiven Verstrahlung ab. Bislang behauptete TEPCO stets, dass die Strahlung nahe der Lecks lediglich 100 mSv pro Stunde betragen würde - immerhin das 50-fache der üblichen Jahresbelastung an Radioaktivität.

Nun haben sich diese Beteuerungen jedoch als Lügen herausgestellt. Vergangene Woche deckten Journalisten auf, dass TEPCO bislang Strahlenmessgeräte verwendet hatte, die nur Werte bis maximal 100 mSv anzeigen konnten. Nun da neue Messgeräte verwendet wurden, zeigte sich, dass die tatsächlichen Strahlenwerte um mehr als da 20-fache höher liegen: bei 2.200 mSv. Ab einer Exposition von 1,000 mSv kann es bei Erwachsenen zu Zeichen der akuten Strahlenkrankheit kommen, bei Dosen von 5,000 mSv sterben etwa 50% der Betroffenen an schweren Blutungen und Knochenmarkversagen. Eine Dosis von 10,000 mSv kann von Menschen nicht überlebt werden. Das bedeutet, dass schon allein ein mehrstündiger Aufenthalt in der Nähe der leckgeschlagenen Tanks zum Tode führen können. Diese neuen Erkenntnisse werfen gravierende Fragen bezüglich der Folgen der Lecks für Umwelt und Gesundheit der Menschen in der Region auf, denn die strahlende Flüssigkeit sickert ins Grundwasser und gelangt ultimativ ins Meer. Internationale Experten sollen nun zu Rate gezogen werden, da TEPCO und die japanischen Behörden offenbar mit der atomaren Katastrophe in Fukushima überfordert sind.

Dr. Alex Rosen

Quellen:
http://in.reuters.com/article/2013/09/01/japan-fukushima-idINDEE98002O20130901
http://www.theguardian.com/environment/2013/sep/04/fukushima-radiation-deadly-new-high

zurück

Flyer

Stellungnahme

IPPNW-Stellungnahme zu den olympischen Spielen in Tokio
Download (PDF)

UNSCEAR-Bericht zu Fukushimafolgen

Fukushima und die Folgen